Brückenschlag in die Nachbarstadt

Kreuzlinger ZeitungEs ist eine neue Verbindung zwischen zwei Nachbarstädten: Die wöchentlich erscheinende „Kreuzlinger Zeitung“ wird zum Jahreswechsel ein Teil des Konstanzer Medienhauses SÜDKURIER. Das Unternehmen übernimmt die bisher in Familienbesitz gehaltenen Aktien der Firma mit neun Mitarbeitern. Geschäftsführerin Nina Paproth freut sich darüber: „Wir haben künftig einen starken Partner im Rücken und damit die besten Chancen, auch in Zukunft zu bestehen.“ Rainer Wiesner, Geschäftsführer des SÜDKURIER Medienhauses, betont: „Wir wollen der Region Kreuzlingen-Konstanz eine starke Stimme und ein prägendes Identitätsbewusstsein geben und dieses fördern.“ Dazu sei es „hilfreich, allen Leserinnen und Lesern und allen Haushalten in Kreuzlingen und Konstanz ein publizistisches Angebot zu machen. Was wir jetzt können. Damit leisten wir nicht nur einen kulturellen Beitrag zum regionalen Gemeinwesen, sondern fördern auch die politische Meinungsbildung.“

Für die Leser der jeden Freitag in einer Auflage von rund 25¦000 Exemplaren erscheinenden Wochenzeitung ändert sich nichts, so Nina Paproth: „Die Kreuzlinger Zeitung wird eine Kreuzlinger Zeitung bleiben.“ Sie behält ihre eigenständige, dreiköpfige Redaktion, die vor allem aus der Stadt Kreuzlingen und den Nachbargemeinden berichtet. Eine Besonderheit der kostenlos verteilten „Kreuzlinger Zeitung“ ist, dass sie auch das Veröffentlichungsorgan für die amtlichen Bekanntmachungen der Kommunen Kreuzlingen, Tägerwilen, Lengwil und Kemmental ist. Auch da würden sie sich wünschen, dass es so bleibt, betonen Paproth und Wiesner. Über den Kaufpreis haben beide Partner Stillschweigen vereinbart.

Für den SÜDKURIER ist das Engagement auch ein Bekenntnis zum Miteinander über die Landesgrenze hinweg. Denn gemeinsam lassen sich viele Aufgaben besser anpacken, so Rainer Wiesner: „Konstanz wird auch als Deutschlands letztes Zipfele bezeichnet, und der Thurgau ist aus der Sicht der Schweizer Metropolen auch eher eine Randregion. Da ist es gut, gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten.“ Das sieht auch Nina Paproth so. Konstanz und Kreuzlingen seien nicht nur baulich und historisch eng miteinander verwachsen, sondern hätten auch als Wachstumsregionen in ihren jeweiligen Ländern eine interessante gemeinsame Perspektive.

Beide Verlage betonen, dass sie ihre Zukunft im Qualitätsjournalismus sehen. „Es braucht immer Menschen vor Ort, die die Gegebenheiten, die Mentalität und die Interessen der Bevölkerung kennen und schätzen“, sagt Nina Paproth. SÜDKURIER-Geschäftsführer Rainer Wiesner betont: „Zwischen Konstanz und Kreuzlingen gibt es viel mehr Verbindendes als Trennendes. Ich freue mich, dass wir das in unserem Unternehmen aktiv leben können.“